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Route des Crêtes

Die Route des Crêtes, die Vogesenkammstraße, zählt zu den imposantesten Bergstraßen Frankreichs. Die aussichtsreiche Route des Crêtes verläuft entlang des Hauptkammes der Südvogesen fast durchweg auf 1200 m Höhe. Ursprünglich wurde sie im Ersten Weltkrieg von französischen Truppen als Versorgungsstraße angelegt. Heute ist sie eine wundervolle Strecke für jeden Motorradfahrer.
Sie führt auf 75 km Länge vom Col du Bonhomme im Norden über den Col de la Schlucht, Hohneck, Markstein, Grand Ballon und Cernay bis Thann im Süden und streift dabei den höchsten Berg der Vogesen, den Grand Ballon. Meist säumen Laub- und Mischwälder die Straße, oder es bieten sich herrliche Ausblicke auf die bewaldeten Hänge der Vogesen, auf die Rheinebene und den gegenüberliegenden Schwarzwald. An klaren Tagen reicht die Fernsicht bis zu den Schweizer Alpen und dem Montblanc.

Kaum zu glauben, aber durch mehrere Gedenkstätten dokumentiert, sind die unglaublichen Schlachten des Ersten Weltkriegs, die hier ausgetragen wurden, Dabei sind zehntausende Soldaten gefallen, deren Gräber noch heute, z.B. auf dem Hartmannswillerkopf, zu sehen sind.

Von der Elsässischen Weinstraße führen viele Zufahrtsstraßen zur Route des Crêtes, die meisten sind kurvenreich und schmal.

Wir haben unsere Kräder bei den ersten Sonnenstrahlen im April gesattelt und sind in Richtung Elsass aufgebrochen. Am Abend des ersten Tages, den wir damit verbracht haben die Kurven der Pfalz zu genießen, haben wir in Straßburg übernachtet. Dabei haben wir am Abend noch die wunderschöne Innenstadt besucht und in einem kleinen Eckrestaurant ein perfekt zubereitetes Fischmenu genossen. Dabei waren die "5-Fluten" ein gelungenes Dessert.

Am nächsten Morgen sind wir über die N1083 und N59 nach Sainte-Marie-aux-Mines in den nödlichen Teil der Vogesen gekurvt. Spätestens ab der N59 geht es dann stetig steigend über kurvige Wege in die Vogesen. Dabei ist die Landschaft geprägt durch ländliche Idylle mit kleinen Ortschaften mit noch sehr vielen alten Fachwerkhäusern. Langsam haben wir uns so dem Vogesenkamm mit der darüber verlaufenden Route des Crêtes genähert und sind ihr in Richtung Süden gefolgt.

Schon bald stellten wir fest, dass die Sonnenstrahlen, die die Wolken durchbrachen, in der Höhe nicht mehr so warm machten wie im Flachland. Auf dem Grand Ballon waren es dann mal gerade noch +2°C, was uns schon bald wieder aufbrechen ließ. Dabei änderten wir unsere ursprüngliche Planung nach Cernay zu fahren und bogen nach Nordosten in Richtung Munster ab, das in einem Tal liegt und wir uns im Sonnenschein und einem Kaffee herrlich aufwärmen konnten. Leider war es schon wieder Nachmittag, so dass wir das Tal schon bald wieder über enge, kurvige Straßen in Richtung Colmar verlassen mussten. Dabei führte uns die Straße wieder bis auf 800m Höhe, so dass wir doch einigermaßen froh waren, als wir in Colmar ankamen um ein Hotel zu suchen, was sich als äußerst schwierig herausstellte - es gab keine freien Hotelzimmer in Colmar und Umgebung - zumindest nicht über die bekannten Onlineportale. Schließlich haben wir ein Zimmer in Straßburg - ich glaube es war das letzte - gebucht und sind zähneknirschend die noch etwa 60 km nach Straßburg gefahren. Als wir gegen 22.00 Uhr ankamen, war es noch erstaunlich warm und wir waren reichlich erledigt von den Temperaturwechseln und den wunderschönen Kurven der Route des Crêtes, in den Vogesen.