Suche

Lago Maggiore

Faszinierende Landschaft in mediterranem Klima

Wer kennt sie nicht, die oberitalienischen Seen, die sich am südlichen Rand der Alpen vor langer Zeit gebildet haben und schon immer eine magische Anziehungskraft ausüben. Der Lago di Maggiore, Lago di Lugano und Lago di Como laden zu den verschiedensten Freizeit- und Sportaktivitäten ein. Die Bergstraßen der Alpen und die Küstenstraßen entlang der Seen sind ein Eldorado für alle Motorradfahrer.

Wir haben uns schon Ende April auf den Weg über die Alpen gemacht und auf mediterranes Frühjahrswetter am Lago Maggiore gefreut. Dabei war der Plan den Lago Maggiore und den nördlich gelegenen Tessin zu erkunden. Mit Sicherheit eine optimistische Planung für diese Jahreszeit, da die Tessiner Täler weit über über die 2.000m Höhenmarke in die Alpen reichen.

Auf der Fahrt über die Alpen erkannten wir dann schon, dass der Winter noch lange nicht vorüber war - ohh welch eine Überraschung! Bei kühlen 2°C und Schneeregen kurz vor dem St.Gotthart Tunnel erreichten wir die südliche Ausfahrt des Tunnels und sahen erste blaue Flecken am Himmel. Auf der weiteren Fahrt in Richtung Locarno, unserem Basislager für die nächsten Tage, stieg die Temperatur allmählich auf 10-15° C und unsere Hoffnung auf Frühling in den nächsten Tagen.

Die nächsten Tage haben unsere Hoffnung mit milden Temperaturen zwischen 15°C und 25°C, viel Sonne und ein paar Regenschauern rund um den See nicht enttäuscht. Den kühlen Morgen haben wir an jedem Tag für ein ausgiebiges Frühstück im RAMADA Hotel Arcadia Locarno direkt an der Strandpromenade genutzt und sind gegen 11:00 Uhr zu unseren Erkundungstouren aufgebrochen.

Alpe di Neggia

Bei herrlichem Sonnenschein verlassen wir Lacarno Richtung Nordost und folgen schon bald engen Bergstraßen, die immer schmäler werdend durch dichten Wald auf die Alpe di Neggia führen. Zwischen dem Monte Gambarogno (1.734 m) und dem (Monte Tamaro 1.962 m) gelegen zeigt unser Außenthermometer hier in einer Höhe von 1.300 m trotz Sonne nur 3°C, die bei einer steifen Brise den Motorradanzug durchdringen und uns dazu drängt nach ein paar Panoramafotos weiterzufahren. Auf schmalen, kurvenreichen Straßen suchen wir uns unseren zwischen den bewaldeten Bergen. Wir sind alleine auf der Straße und selbst die kleinen Ortschaften, die wir auf unserem Weg zurück zum See passieren, wirken menschenleer. Wir nehmen uns Zeit, genießen die Kurven und die Sicht auf bewaldete Berge und Täler. Ohne dass wir die Grenze sehen oder wahrnehmen verlassen wir die Schweiz. In Italien nähern wir uns dem Lago Maggiore aus östlicher Richtung und müssen noch einige Höhenmeter auf nur wenigen Kilometern überwinden. Die Straße ist jetzt steiler und windet sich in Serpentinen in den Ort Maccagno, wo wir ein Restaurant für die Mittagspause finden.

Eremitenkloster di Santa Caterina del Sasso

Von Maccagno bis zum Eremitenkloster Santa Caterina del Sasso sind es dann nur noch ca. 30 km, die wir gut gesättigt und gelaunt, in wundervollem Sonnenschein genossen.

Von Land ist das Kloster nicht zu sehen, so dass uns nur ein Hinweisschild auf einen großen, aber leeren Parkplatz führte. Nach einem kurzen Fußweg kommt man zum Eingang des Klosters in einem modernen Glasbau, der auch als kleines Museum und Andenkenshop dient. Danach gilt es über Treppen zu dem Kloster hinabzusteigen, das an die Felsenwand an dem Ufer des Sees gebaut ist. Hat man diese Treppen überwunden, schaut man über mehrere Gebäude, die sich, über Bogengänge miteinander verbunden, an die Felswand schmiegen. Folgt man diesen Gängen eröffnen sich die verschiedensten Ausblicke auf den See. Der schönste Blick ist aber wohl vom See auf das Kloster, weshalb man eine Bootsfahrt über den See buchen kann und das Kloster nach dem Anlegen am klostereigenen Bootssteg besichtigen kann. Da wir außerhalb der Saison hier sind, haben wir das Kloster fast für uns alleine - ein Genuss.

Unsere weiteren Ausfahrten führten uns rund um den See, als auch in das Umland des Sees. Die Tage waren noch ziemlich kurz und nachmittags, wenn die Sonne langsam tief hinter den Bergen verschwand, fielen die Temperaturen auch rasch. Aus diesem Grund konnten wir nicht überall halten, wo uns die Schönheit der Gegend lockte eine Pause einzulegen. Ich bezweifele allerdings, dass uns dies bei längeren Tagen im Sommer gelungen wäre - es gibt einfach viel zu viel zu sehen. Ach ja, um es nicht zu vergessen: Die Abstecher in die Täler, die sich vom See ausgehend in die Alpen ziehen, endete für uns bei 1.300 Höhenmetern, da es empfindlich kalt wurde, was die Schneereste auf den Feldern und Straßenrändern bestätigten.

Der Lago Maggiore ist definitiv "nicht nur eine" Reise wert.